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Der Hockey-Gott ist Attinger: Junioren werden Dritter bei deutscher Meisterschaft Der Hockey-Gott war am Sonntag ein Attinger: Denn obwohl sie ihren Torwart verloren, erreichten die Junioren bei der deutschen Meisterschaft in Bochum gegen die starke Konkurrenz sensationell den dritten Platz. Und das war eigentlich schon mehr, als man sich vorgenommen hatte. Platz vier hatte Trainer Martin Amann als Ziel ausgegeben, aber insgeheim vom dritten Platz geträumt. Den hatten die Schüler der Attinger vor zwei Wochen ebenfalls bei der deutschen Meisterschaft erreicht. „Die Mannschaft hat super gespielt und im Spiel um Platz drei eine Riesenleistung gezeigt“, freute sich Amann. „Wir sind alle überglücklich über den dritten Platz.“
Doch mit noch etwas mehr Glück und einem richtigen Torwart im Halbfinale wäre vielleicht noch etwas mehr drin gewesen. Was war passiert? Der zweite Torhüter meldete sich kurzfristig ab, Ersatz war einen Tag vor dem Turnier nicht mehr aufzutreiben. Aber auch die Nummer eins, Junioren-Nationaltorhüter Alexander Herzog, wurde anderweitig gebraucht. Jürgen Rumrich, Trainer der Straubing Tigers, beorderte ihn am Samstagabend nach der Vorrunde aus Bochum ab, um ihn gegen Ingolstadt auf die Bank zu setzen. Denn obwohl Mike Bales zwar wieder fit ist, wollte Rumrich ihn aufgrund der Ausländerbegrenzung nicht einsetzen. Er hätte sonst auf einen Feldspieler verzichten müssen. Dummerweise waren auch die Torhüter Nummer drei und vier, Daniel Huber und Marco Feiertag nicht für Rumrich verfügbar. Kein Wunder, dass er da auf die Attinger keine Rücksicht nahm
„Alex hat in der Vorrunde super gehalten, da kam dieser Anruf natürlich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt“, war IHC-Trainer Martin Amann verärgert. „Für die Mannschaft war das nicht einfach. Sie hat alles gegeben, um ins Halbfinale zu kommen. Aber damit hat man uns jede Chance auf das Finale genommen – und das wäre drin gewesen!“ Auf Herzog sei allerdings niemals sauer gewesen, schließlich hatte er ja die Mannschaft mit seinen Paraden erst ins Halbfinale gebracht.
Das auch souverän. Sowohl gegen die Salt City Boars Lüneburg (4:1) als auch gegen die IVA Rhein-Main Patriots (6:0) gab es klare Siege. Lediglich gegen den späteren deutschen Meister Crefelder SC hatte man beim 1:5 keine Chance.
Am Sonntag nun stand Feldspieler Patrick Risse zwischen den Pfosten. Der hatte zwar im Training und einem Spiel schon einmal für den Ernstfall trainiert, war gegen den NRW-Vizemeister Düsseldorf Rams aber auf verlorenem Posten. „Wir konnten das Spiel zwar einige Zeit offen halten, die Düsseldorfer haben aber schnell gemerkt, dass da kein richtiger Torwart mehr im Tor stand“, so Amann. „Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir dann Kräfte gespart.“ Am Ende stand dennoch ein peinliches und bitteres 2:15 auf der Anzeigentafel – eine Ernüchterung für die IHC-Cracks.
Doch das Kräftesparen sollte sich im Spiel um Platz drei auszahlen. Dort warteten die Bissendorfer Panther, die im zweiten Halbfinale fast Crefeld (2:4) besiegt hätten. Auch diese wussten um die Attinger Torwartmisere. „Aber sie haben einen Fehler gemacht und aus fast jeder Position geschossen“, sagt Amann, der seine Mannschaft enorm defensiv eingestellt hatte. „Die Verteidiger konnte so sehr viel blocken und Patrick ist über sich hinausgewachsen.“ Dennoch lag man mit 0:3 zurück. „Wäre das vierte Tor gefallen, wäre es vorbei gewesen, aber wir haben uns wieder heran gekämpft.“ Unter anderem war ein Unterzahltor von Florian Weidenbach und ein verwandelter Penalty von Tim Bernhard dabei, der später auch ins All-Star-Team gewählt wurde.
So war die Genugtuung und die Freude bei den Attinger Spielern umso größer – auch, weil man zum ersten Mal die Bissendorfer Mannschaft besiegen konnte, die man bereits aus vorausgegangenen Turnieren kannte. „Wir sind über uns hinausgewachsen“, sagte Amann. „Denn unter den gegebenen Umständen hätte ich einen Sieg eigentlich gar nicht mehr für möglich gehalten.“ Aber glücklicherweise war ja der Hockey-Gott am Sonntag auf Attinger Seite.
Die Mannschaftsaufstellung: Herzog (Risse) - Rothhammer (2 Tore/1 Assist), Bernhard (5/2), Kerscher (1/0), Liebl (3/4), Penzkofer, Prasch (2/1), Roßmeier, Weidenbach (5/1), Risse (1/1).
Die Ergebnisse:
Vorrunde:
ISC Düsseldorf Rams - Bissendorfer Panther 3:1
TSV Bernhardswald - Dragons Heilbronn 0:2
Crefelder SC - IVA Rhein-Main Patriots 8:3
IHC Atting - SCB Lüneburg 4:1
TSV Bernhardswald - ISC Düsseldorf Rams 0:3
Dragons Heilbronn - Bissendorfer Panther 1:5
IHC Atting - Crefelder SC 1:5
SCB Lüneburg - IVA Rhein-Main Patriots 3:3
Bissendorfer Panther - TSV Bernhardswald 2:0
Düsseldorf Rams - Dragons Heilbronn 5:3
SCB Lüneburg - Crefelder SC 1:17
IVA Rhein-Main Patriots - IHC Atting 0:6
Platzierungsrunde:
Dragons Heilbronn - SCB Lüneburg 3:4 n.P.
Rhein-Main Patriots - TSV Bernhardswald 10:4
Düsseldorf Rams - IHC Atting (Halbfinale) 15:2
Bissendorfer Panther - Crefelder SC 2:4(Halbfinale)
Dragons Heilbronn - TSV Bernhardswald 13:0 (Spiel um Platz 7)
SCB Lüneburg - Rhein-Main Patriots 7:9 n.P.(Spiel um Platz 5)
IHC Atting - Bissendorfer Panther 6:4 (Spiel um Platz 3)
Düsseldorf Rams - Crefelder SC 4:8 (Endspiel)
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