Bitteres 4.5 gegen Bräunlingen: IHC Atting steckt mitten drin im Abstiegskampf


(mb) Jetzt steckt der IHC Atting mitten drin im Abstiegskampf. Die Wölfe verloren am Samstag gegen das bisherige Schlusslicht Hotdogs Bräunlingen mit 4:5 (1:1, 1:3, 2:1) und haben damit ihren Vorsprung auf die Schwarzwälder verspielt.

Die Attinger bleiben zwar dadurch auf Rang sieben, die Platzierung täuscht aber über die alarmierende Situation hinweg. Denn auch die hinter den Wölfen stehenden Badgers Spaichingen, Freiburg Beasts und Hotdogs Bräunlingen haben exakt fünf Punkte auf dem Konto. Freiburg bewies zudem durch ein 10:5 in Spaichingen, dass es eigentlich kein Abstiegskandidat ist. Somit dürfte das gefährdete Quartett schon bald auf ein Trio zusammenschrumpfen. Nur der Tabellenletzte steigt am Ende ab.

Wie ein Schlusslicht präsentierten sich die Gäste aus dem Schwarzwald vor 150 Zuschauern aber wahrlich nicht. Anders als so manch anderes Team versteckten sie sich nicht, gefielen vor allem läuferisch und stellten sich den Attingern durch frühes Forechecking meist weit vor der Mittellinie in den Weg. Die Folge: Ein verdientes 1:1 nach dem ersten Drittel. „Allerdings hätten wir da schon 5:0 führen müssen“, befand Goalie Raphael Heitzer. Vor allem in Überzahl lief nichts zusammen. Scharfschütze Tim Bernhard stand meist irgendein Körperteil eines Gegenspielers oder der gut haltende Goalie Christian Uhde im Weg.

Im zweiten Abschnitt stand dann auf einmal Gegenüber Heitzer im Mittelpunkt. Zwar sorgte Fabian Hillmeier mit seinem zweiten Treffer nach 16 Sekunden für die 2:1-Führung, dann aber spielten nur noch die Gäste. Heitzer war es zu verdanken, dass es nach dem zweiten Drittel nur 2:4 stand. Reihenweise hielt er mit Glanzparaden seine Mannschaft im Spiel, die nun völlig von der Rolle war. Kaum einmal kam ein Pass, zudem wirkten die Spieler wie ausgelaugt und verloren fast jedes Laufduell. „Keiner hat gewusst, wo der andere steht oder hinläuft“, so Stürmer Matthias Rothhammer.

Im Schlussdrittel bissen dann aber alle noch einmal auf die Zähne. Coach Markus Alzinger hatte nun die Reihen umgestellt und unter anderem Bernhard in den Sturm beordert. Atting gewann wieder die Oberhand und auch die Zweikämpfe. Rothhammer, neben Heitzer der beste Akteur an diesem Abend, erzielte in der 43. Minute den Anschlusstreffer und mit einem wunderschön per Rückhand in den Winkel abgeschlossenen Solo in der 52. Minute auch noch den Ausgleich.

Doch ein Happy-End gab es nicht: Wie schon vor zwei Wochen gegen Düsseldorf kostete ein Gegentreffer zwei Minuten vor dem Ende der Mannschaft den Sieg. Kapitän Wolfgang Hiendl kassierte zudem kurz danach eine unglückliche Strafzeit. Dennoch hatte Hillmeier noch den Ausgleich auf dem Schläger (Heitzer war bereits auf der Bank), als er völlig frei vor Uhde auftauchte. Doch anstatt zu schießen, verzockte er den Ball leichtfertig und die Hotdogs retteten mit Glück und Geschick ihren ersten Sieg über die Zeit.

Fazit: Nun dürfte auch der letzte Attinger erkannt haben, dass der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga kein Selbstläufer ist. „Das war heute gar nichts“, so ein verärgerter aber auch deprimierter Coach Markus Alzinger. „Wir haben jetzt schon zum zweiten Mal zwei wichtige Punkte liegen lassen.“ Vorstand Thomas Raidl zeigte sich ebenfalls wenig begeistert: „Jetzt wird es ganz eng da unten.“ Nun kommen am Wochenende ausgerechnet Meister Köln und der Tabellenvierte Uedesheim an den Pulverturm.

Atting: Heitzer – Bernhard, F. Tkocz, Hiendl, Mar. Rothhammer, Deichslberger, Kuhnle, Wolf, HIllmeier, Mat. Rothhammer, P. Tkocz, Edenhofer.
Bräunlingen: Uhde – Rosenstihl, Hutmacher, Moritz, Hoffmann, Bernstorff, Schmid, Obergfell, Lautermann, Ziegler.
Tore: 1:0 (4:20) Hillmeier (Deichslberger), 1:1 (6:59) Obergfell (Ziegler), 2:1 (20:16) Hillmeier (P. Tkocz), 2:2 (21:16) Bernstorff, 2:3 (25:13) Bernstorff (Ziegler), 2:4 (33:00) Obergfell (Ziegler), 3:4 (42:12) Mat. Rothhammer (Edenhofer), 4:4 (51:38) Mat. Rothhammer (Edenhofer), 4:5 (58:01) Schmid (Ziegler);
Schiedsrichter Gehrig (Heilbronn), Puz (Schwabmünchen);
Strafminuten: Atting 8 – Bräunlingen 8;
Zuschauer: 150.