David schlägt Goalith: IHC Atting entthront Tabellenführer TV Augsburg


(mb) Einen dramatischeren, spannenderen aber vor allem erfolgreicheren Abschluss der Heimsaison hätte der IHC Atting seinen Fans kaum bieten können. Hatten die Verantwortlichen vorher auf zwei Punkte aus den beiden Spielen gehofft, wurden es am Ende vier, so dass der Klassenerhalt bei fünf Zählern Vorsprung auf Schlusslicht Bräunlingen jetzt ganz nah ist.

Schon nach dem 8:5-Erfolg am Samstag gegen die Freiburg Beasts war die Erleichterung bei Spielern und Trainer Markus Alzinger groß. Am Sonntag setzte die Mannschaft dann gegen den bisherigen Tabellenführer TV Augsburg noch eines drauf. Dank eines Überzahltreffers von Verteidiger Florian Tkocz 16 Sekunden vor dem Ende gelang der erste Derbysieg in der 1. Bundesliga (4:3).

„Das war eine fantastische Leistung meiner Mannschaft“, strahlte Coach Alzinger nach dem Spiel. „Ich glaube, das war unser bestes Saisonspiel – es hat einfach alles gepasst.“ Damit hat das Team nun beste Aussichten, auch in der neuen Saison im Oberhaus zu spielen. „Ich habe vor dem Wochenende gesagt, dass wir zwei Punkte brauchen, drei wären toll“, so Alzinger. „Jetzt haben wir aber gleich vier geholt. Das bringt uns enorm weit.“

Drei Spiele müssen die Wölfe nun noch bestreiten – am Wochenende in Kaarst, dann in Schwabmünchen und in Düsseldorf. Schlusslicht Bräunlingen, das am Samstag mit 1:15 in Köln unterging, hat zwar noch drei Spiele mehr auszutragen, diese aber größtenteils bei den Play-off-Anwärtern. Dass in dieser Sportart aber alles passieren kann, erfuhr die Attinger Mannschaft ja im vergangenen Jahr, als der nicht für möglich gehaltene Aufstieg realisiert werden konnte.

Atting – Freiburg 8:5 (2:3, 4:1, 2:1)

Das Spiel gegen die Breisgauer begann wie so viele in letzter Zeit – mit Attinger Leichtsinns- und Abspielfehlern, die die zu Beginn flinken Gäste schnell in Tore ummünzten. Zwischenzeitlich führten sie mit 3:1, während die Attinger die Bälle nicht im Tor des stark haltenden Dirk Müller unterbringen konnten.

Ein Tor von Florian Tkocz zu Beginn des zweiten Drittels leitete dann aber die Wende ein. Nun waren die Attinger deutlich aggressiver und nutzten vor allem ihre Chancen. Sehenswert waren die Treffer zum 5:4 durch Markus Edenhofer, der von Christoph Eisenschink herrlich auf die Reise geschickt worden war und zum 6:4, als Nationalspieler Tim Bernhard bei einem erneuten Alleingang Müller austanzte.

Dieser musste dann im Schlussdrittel wegen Kreislaufproblemen passen und auch seinen Teamkollegen ging nun merklich die Kraft aus. So brachten die Attinger ihren ersten Erfolg nach fünf sieglosen Spielen relativ locker über die Zeit.

Atting: Meier – F. Tkocz, Mar. Rothhammer, Bernhard, Deichslberger, Hillmeier, Wolf, P. Tkocz, Raidl, Eisenschink, Edenhofer, Mat. Rothhammer;
Freiburg: Müller (ab 40:01 Hegewald) – Bauer, Böcherer, Willnauer, Kinderknecht, Perin, Robert, Linsenmaier, Dischinger, Schultis;
Tore: 0:1 (0:40) Kinderknecht, 0:2 (6:42) Kinderknecht (Willnauer), 1:2 (12:21) P. Tkocz (Mar. Rothhammer), 1:3 (15:31) Perin, 2:3 (17:36) Deichslberger, 3:3 (21:21) F. Tkocz (Hiendl), 3:4 (25:30) Perin (Linsenmaier), 4:4 (29:44) Bernhard (P. Tkocz), 5:4 (35:50) Edenhofer (Eisenschink), 6:4 (39:25) Bernhard (Mat. Rothhammer), 7:4 (53:25) Mat. Rothhammer (P. Tkocz), 8:4 (65:44) Deichslberger (Mat. Rothhammer, 3-4), 8:5 (57:04) Kinderknecht (Robert, 4-3);
Schiedsrichter: Malek, Wieberneit (Zweibrücken);
Strafminuten: Atting 4, Freiburg 4;
Zuschauer: 100;

Atting – Augsburg 4:3 (0:1, 2:1, 2:1)

Als die 200 Zuschauer am Sonntag schon mit einem Unentschieden rechneten, kam der große Auftritt von Florian Tkocz: Exakt eine Minute vor dem Ende holte er noch einmal eine Strafzeit heraus, verwertete 16 Sekunden vor dem Ende gleich selbst und rutschte anschließend über die feuchte Fläche im Stadion (die er vorher geschickt umfahren hatte) wie ein Kanufahrer. „Ich wollte eigentlich erst passen, habe dann aber gesehen, dass viel Verkehr vor dem Tor ist und einfach draufgehalten“, strahlte der Verteidiger, nachdem zuvor die Attinger Jubeltraube über ihn hereingebrochen war.

„Endlich hatte wir zum Schluss einmal das Glück auf unserer Seite“, so Tkocz. „Gegen Bräunlingen und Düsseldorf haben wir immer in den letzten Sekunden die entscheidenden Gegentore bekommen.“ Die Augsburger, bei denen fünf Stammspieler fehlten, hatten über 60 Minuten einen starken Gegner abgegeben, wohl aber trotzdem die Spielstärke der Attinger an diesem Nachmittag unterschätzt. „Wir haben zwar einen kleinen Kader gehabt, aber einige von uns haben wohl gemeint, wir können trotzdem hierherfahren und locker gegen Atting gewinnen“, sagte der Augsburger Tommi Melkko.

Zweimal waren die Gäste in Führung gegangen, doch beim IHC klappte vor allem das Überzahlspiel in einer sehr fairen Partie sehr gut. Als dann im Schlussdrittel Wolfgang Hiendl mit einem Hammer die Gastgeber erstmals in Führung brachte, schien der Sieg schon zum Greifen nahe. Doch Augsburg glich drei Minuten vor dem Ende in Überzahl noch einmal aus. Dieses 3:3 hielt aber nur bis 16 Sekunden vor dem Ende.

Atting: Meier – F. Tkocz, Mar. Rothhammer, Bernhard, Deichslberger, Hillmeier, Wolf, P. Tkocz, Raidl, Eisenschink, Edenhofer, Mat. Rothhammer, Wolf;
Augsburg: Schenk – F. Nies, Fettinger, Gerstberger, F. Dietrich, Löhnert, M. Nies, M. Dietrich, Melkko, Rasch; Tore: 0:1 (16:50) Rasch (Fettinger), 1:1 (24:43) Hillmeier (Edenhofer), 1:2 (24:57) Fettinger (M. Dietrich), 2:2 (33:23) Mat. Rothhammer (P. Tkocz, 4-3), 3:2 (51:14) Hiendl (Kuhnle, 4-3), 3:3 (56:48) F. Nies (Gerstberger, 3-2), 4:3 (59:44) F. Tkocz (Hillmeier, 4-3);
Schiedsrichter: Malek, Wieberneit (Zweibrücken);
Strafminuten Atting 4, Augsburg 10;
Zuschauer: 200;