IHC Atting fordert Straubing Tigers heraus


(mb) Wölfe gegen Tigers heißt es am heutigen Donnerstagabend um 19.30 Uhr im Eisstadion am Pulverturm. Dann fordern die Erstliga-Cracks des IHC Atting die Straubing Tigers heraus. Ein sehr ungleiches Duell, wären da nicht das für die Eishockeyprofis ungewohnte Terrain und Spielgerät.

Denn gespielt wird nach den Regeln des Inline-Skaterhockeyclubs und die besagen: Jeweils nur vier Feldspieler und ein Torhüter duellieren sich mit einem Plastikball auf dem Spezialbelag am Pulverturm. Icing und Abseits gibt es in dieser Sportart nicht, was die taktischen Möglichkeiten erhöht und besondere Aufmerksamkeit der Defensivspieler erfordert. Im Schnitt fallen mehr als zehn Tore bei einem Bundesliga-Spiel der Wölfe.

Und weil sich die Tigers gegen die Attinger nicht blamieren wollen, bat Coach Jürgen Rumrich am gestrigen Mittwoch seine Cracks nach einem schweißtreibenden Krafttraining am Vormittag nachmittags gleich noch zu einer Trainingseinheit im Stadion – nicht allerdings, ohne sich vorher ein paar Bälle von den Attingern besorgt zu haben. „Von uns spielen nicht viele Inlinehockey“, sagt Billy Trew, der wie auch im Winter die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen wird und mit den bereits eingetroffenen deutschen Spielern derzeit kräftig im Vitadrom schwitzen muss. „Aber wir haben auch keine Angst – wir gewinnen schon. Da mache ich mir keine Sorgen.“

Bei den Wölfen ist man sich der Favoritenrolle der „Gäste“ (die Tigers müssen auf der Gästebank Platz nehmen) ebenfalls bewusst, denn obwohl sie mittlerweile in der 1. Bundesliga spielen, dreimal in der Woche trainieren und ein funktionierendes Nachwuchssystem haben, sind sie nach wie vor reine Amateure. Der Etat liegt in einem sehr niedrigen fünfstelligen Bereich. Zwar werden Auswärtsfahrten durch Sponsorengelder finanziert, die Ausrüstung zahlt aber jeder Spieler selbst.

Jedenfalls werden die Spieler nach dem überraschenden 4:3-Sieg gegen Tabellenführer TV Augsburg, der sie dem Klassenerhalt sehr nahe gebracht hat, mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in das Spiel gehen, auf das sie sich nicht extra vorbereitet haben. Das Training in dieser Woche lief ganz normal. Die kurzfristig anberaumte Trainingseinheit der Tigers entlockte IHC-Coach Markus Alzinger schon einmal ein Lächeln. „Mal schauen, was da auf uns zu kommt. Wir geben auf alle Fälle unser Bestes und freuen uns, dass die Tigers überhaupt gegen uns spielen wollen.“

Große Härte wollen beide Teams nicht ins Spiel bringen: Während die Tigers mitten in der Saisonvorbereitung stecken, haben die Attinger noch drei schwere Auswärtsspiele zu bestreiten, das nächste schon am Samstag in Kaarst.

Ohnehin ist das Spiel auch für einen guten Zweck gedacht. Die Wölfe haben sich entschlossen, einen Teil der Eintrittsgelder (vier Euro pro Person) für die dreijährige Sophia Steimer aus Atting zu spenden. Das Mädchen leidet an einer seltenen Stoffwechselerkrankung, von der es in Deutschland weniger als zehn Fälle gibt. „Ich hoffe, dass viele Fans den ins Stadion kommen“, so Tigers-Coach Rumrich. „Denn wir spielen ja alle auch für einen guten Zweck.“

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Atting: Meier, Heitzer – F. Tkocz, Bernhard, Deichslberger, Hiendl, Mar. Rothhammer, Mat. Rothhammer, Hillmeier, P. Tkocz, Wolf, Edenhofer, Kuhnle, Eisenschink, Risse, Prasch.
Straubing: Guryca – Draxinger, Ondruschka, Brückner, Wilhelm – Trew, Schönberger, Baindl, Forster.